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Verschärfte Tabaksteuer könnte Auswirkungen auf Lotto-Annahmestellen haben
Ende August 2026 haben Union und SPD einen Änderungsantrag zum Tabaksteuergesetz eingebracht, der die vom Kabinett bereits beschlossene Anhebung noch einmal verschärft. Demnach könnte eine Schachtel Zigaretten im Jahr 2031 rechnerisch fast zwölf Euro kosten. Der Bundesverband Lotto-Toto-Verkaufsstellen Deutschland (BLD) mit Sitz in Frankfurt am Main warnt, dass die Verschärfung ein Netz trifft, das die Nahversorgung, den Pressevertrieb und den Jugendschutz sichert und drei Viertel des Lottovertriebs trägt, aus dem jedes Jahr Milliarden für Sport, Kultur und Soziales fließen.
Wie aus Daten der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder hervorgeht, gab es im Jahr 2025 bundesweit noch 19.942 Lotto-Annahmestellen. Damit lag die Zahl erstmals unter der Marke von 20.000. Der BLD befürchtet, dass die geplante Verschärfung der Tabaksteuer den Rückgang weiter beschleunigen und Umsätze in den illegalen Handel verlagern könnte. Der Verband fordert den Finanzausschuss des Bundestages auf, vor einer Entscheidung eine Folgenabschätzung vorzulegen. Diese solle mögliche Auswirkungen auf die flächendeckende Versorgung, die Gemeinwohlabgaben aus dem Lottovertrieb, den Jugendschutz sowie potenzielle Verlagerungen in den Schwarzmarkt untersuchen.
„An unseren knapp 20.000 Läden hängt mehr als eine Schachtel Zigaretten. Sie tragen die Nahversorgung, den Vertrieb von Presse und Lotto und den Jugendschutz an der Ladentheke. Wer die Steuerschraube noch einmal anzieht, sollte wissen, was er damit aufs Spiel setzt", sagt Günther Kraus, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BLD.
Anfang der 2000er Jahre gab es in Deutschland laut Angaben des Verbands noch rund 25.000 Lotto-Annahmestellen. Seit 2022 seien jährlich durchschnittlich knapp 300 Standorte weggefallen. Betroffen seien häufig familiengeführte Betriebe, für die sich bei einer Geschäftsaufgabe keine Nachfolge finde.
Laut BLD stellt der Tabakverkauf für viele Betreiber eine wichtige Einnahmequelle dar. Rund 90 Prozent der Annahmestellen bieten demnach Tabakwaren an, da die Einnahmen aus dem Lotteriegeschäft allein oftmals nicht ausreichen, um die Betriebskosten zu decken. Gleichzeitig verweist der Verband auf rückläufige Raucherzahlen und sinkende Umsätze im Presseverkauf. Hinzu kämen ein zunehmender Wettbewerb im Glücksspielmarkt, strengere Regulierungen für bestimmte Nikotinprodukte sowie steigende Kosten für Miete, Energie und Personal.
„Wir stellen die Lenkungswirkung der Tabaksteuer nicht infrage. Aber wer sie in dieser Lage überproportional anhebt, riskiert eine Infrastruktur, die Nahversorgung, Pressevertrieb, Jugendschutz und Gemeinwohlfinanzierung zugleich trägt. Bevor der Bundestag das beschließt, sollte er wissen, was er damit auslöst. Eine Folgenabschätzung ist das Mindeste", sagt Kraus.
Der Bundesverband der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland e.V. (BLD) vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 20.000 Lotto-Toto-Verkaufsstellen mit mehr als 100.000 Beschäftigten. Er vertritt deren Interessen gegenüber den Lotto-Landesgesellschaften und den Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern. Über die angeschlossenen Landesverbände unterstützt und berät der BLD die Annahmestellen über aktuelle Informationen rund um das Spielgeschäft und die Gesetzeslage.
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Aynur Kaya 02.09.2026



