Branchenverband beklagt illegalen E-Zigaretten-Handel
Eine Umfrage des Bündnisses für Tabakfreien Genuss hat neue Zahlen zum illegalen Handel mit E-Zigaretten geliefert. Der Branchenverband befragte mehr als 300 Händler und Hersteller. 76 Prozent davon erklärten sie hätten Kenntnis von E-Zigarettenhändlern, die sich nicht an das Gesetz halten und Produkte illegal oder ohne Steuerbanderole verkaufen. Dadurch gehe den Befragten im Durchschnitt 30 Prozent ihres möglichen Umsatzes verloren. Der geschätzte prozentuale Anteil von illegalen E-Zigaretten liege bei rund 40 Prozent.
"Der illegale Handel stellt eine große Belastung für die Branche dar“, erklärt sagt Philip Drögemüller, Geschäftsführer des BfTG. „Es kann nicht sein, dass sich kriminelle Händler einen Marktvorteil gegenüber dem ehrlichen E-Zigarettenhandel erschleichen. Hier fordern wir ein hartes Durchgreifen durch die zuständigen Behörden. Es ist die Aufgabe der Politik, dies zu realisieren."
Am stärksten illegal gehandelt werden laut der Umfrageergebnisse Einweg-E-Zigaretten. 94 Prozent der befragten Händler und Hersteller berichten davon. 52 Prozent nennen auch einzelne Liquid-Komponenten wie z.B. Basen, Aromen und Nikotin.
Und wo genau werden die illegalen oder unversteuerten E-Zigaretten verkauft? 86 Prozent geben den Verkauf in Kleinverkaufsstellen wie Kiosken oder Spätis an, 73 Prozent nennen den Online-Versandhandel aus dem Ausland heraus (B2C und B2B).
Als Hauptgrund für das Aufkommen des illegalen E-Zigaretten-Handels in Deutschland wird von 82 Prozent der Teilnehmer die zu hohe Besteuerung von Liquids und Liquidkomponenten genannt, gefolgt von einer zu schwachen Kontrolle durch die Behörden (70 Prozent) und zu strenger oder falscher Regulierung (59 Prozent).
Immerhin: Für 2024 wird dennoch erstmals mit einem Gesamtumsatz von mehr als einer Milliarde Euro gerechnet. Das entspräche einem Marktwachstum von 25 Prozent.
Wolfgang Rakel 20.09.2024


